Der 1. Tanzclub der Lessingstadt Kamenz hatte zum Schwarz-Weiß-Ball geladen und zur großen Überraschung der Gastgeber hatten 95 % der Gäste das Programmmotto wörtlich genommen und waren schwarz-weiß gekleidet erschienen. Ein schönes Zeichen dafür, wie sehr sie sich schon mit diesem alljährlich im November stattfindenden gesellschaftlichen Ereignis verbunden fühlen, das sich auch der Kamenzer Oberbürgermeister Roland Dantz mit seiner Frau nie entgehen lässt und zu dem in diesem Jahr auch zum ersten Mal der Landtagsabgeordnete Aloysius Mikwauschk begrüßt werden konnte.

Geht doch die Anziehungskraft dieses Abends inzwischen nicht nur über die Stadtgrenzen hinaus, sondern strahlt sogar bis in andere Bundesländer aus. So ging der Publikumspreis, der in diesmal für die weiteste Anreise verliehen wurde, an ein Gästepaar aus Halle. Doch auch aus Cottbus, Guben und Riesa nahmen Tanzfreunde eine längere Anreise mit Übernachtung in Kamenz in Kauf, in der Gewissheit, einen stimmungsvollen Tanzabend genießen zu können, der selbst für die veranstaltungserfahrenen Musiker des Dresdner Salonorchesters ein besonderes Ambiente hat. Mit einer mottogerechten Speisekarte und freier Hand für die eigene Saaldekoration der Veranstalter leistete das Hotel Stadt Dresden seinen Beitrag für eine gelungene Veranstaltung, für deren Ausgestaltung die Mitglieder des Tanzclubs wieder keine Mühen gescheut hatten. Allein 4 Eigendarbietungen des Clubs mussten diesmal trainiert, schwarz-weiß ausgestattet und von der Complex Veranstaltungstechnik GmbH ins passende Licht gesetzt werden. Einen humorvollen Rahmen hatten die Tänzer für die Vorstellung ihrer Erwärmungstänze gewählt, mit denen sie normalerweise nur ihre Trainingsstunden beginnen. Dazu hatten sie sich von der Olsenbandeninszenierung des Deutsch-Sorbischen Volkstheaters Bautzen inspirieren lassen, das ihnen die Kostüme des Gefängnischores dafür zu Verfügung stellte. In dieser gestreiften Variante ihres Mottos verarbeiteten sie die relativ einfachen Schritte zu einem turbulenten Hofgang, der schließlich in einem mitreißenden Letkiss endete. Ein Twist in gepunktetem, sowie eine anspruchsvolle Wiener-Walzer-Formation in elegantem Schwarz-Weiß vervollständigten ihr Programm, das den Gästen nicht nur einen Eindruck von der Vielfalt des Trainingsalltags vermittelte, sondern auch vom Spaß, den die Clubmitglieder miteinander haben. Diese Mischung aus Qualitätsanspruch und Freude am Tanz ist es, die die tanzbegeisterten Ballgäste erklärtermaßen zu schätzen wissen, gleich ob sie nun überwiegend selbst zum Tanzen oder Zuschauen gekommen waren. Die Artemis-Tänzer um Achim Nimmler aus Dresden trugen mit zwei eigens für diesen Abend gestalteten Beiträgen ebenso zur Unterhaltung bei, wie Mitglieder des Kamenzer Karnevalclubs. Überhaupt nutzen die Kamenzer Tänzer ihren Ball, der ohne die Unterstützung örtlicher Sponsoren gar nicht möglich wäre, auch immer wieder, um ihre Stadt in liebenswerter Weise zu präsentieren. In einem selbst gedrehten Film wurden während des Empfangs der Gäste bis zum Ballbeginn nun schon zum vierten Mal wieder neue Blickwinkel auf Kamenz vorgestellt. Vielleicht eine Anregung für die auswärtigen Gäste, Kamenz auch einmal außerhalb der Ballsaison zu besuchen? So darf man auch in dieser Hinsicht schon wieder auf das nächste Jahr gespannt sein. In den „Wilden Sechzigern“ ist jedenfalls deutlich mehr Farbe schon mal garantiert. Wie man hört, ist die Hälfte der Karten bereits vorbestellt.

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